Blutegel
Hirudo medicinalis officinalis
Die Blutegeltherapie gehört zu den ältesten bekannten Ausleitungsverfahren. Sie wird seit Jahrtausenden angewandt und gehört zu den bevorzugten Therapien meiner Praxis. Indikationen für die Blutegeltherapie sind Füllezustände im naturheilkundlichen Sinne.
Hierzu zählen unter Anderem:
º heisse und kalte Gelosen / Myogelosen (schmerzhafte, entzündliche Verspannungen / Verklebungen des Gewebes)
º Venenleiden wie z.B. Krampfadern, Varikosis, entzündliche Erkrankungen
º Besenreiser - Varizen
º Rheuma / rheumatische Beschwerden
º Sakroilliitis
u.a.
Wie wirkt der Blutegel?
Der Blutegel entzieht dort, wo er aufgesetzt wurde Blut und Lymphe und somit auch die Schlacken (Stoffwechsel- reste) der Zellen. Er entlastet zunächst einmal das lokale Gewebe, indem er diese Schlacken, die Entzündungen und Schmerzen hervorrufen können, ausleitet und hierdurch für das Nachfliessen ‘frischer’ Säfte in dieses Gewebe sorgt. Damit verbessert er auch die Verhältnisse in den umliegenden Geweben. Das heisst also, dass der Blutegel nicht nur in einem begrenzten räumlichen, sondern auch in einem recht weiten Umfang im menschlichen Gewebe wirkt. Der Blutegel selbst injiziert beim Biss verschiedene Substanzen, die zum Einen die Fliesseigenschaften des Blutes verbessern und zum Anderen schmerzstillende eine gewisse antientzündliche Wirkung haben, sodass sich die Wunde regelmässig nicht entzündet. Selbstverständlich wird die Wunde aber nach erfolgter Behandlung noch zusätzlich desinfiziert!
Dennoch kann im Einzelfall eine prophylaktische Antibiose angezeigt sein, die entweder durch Ihren Hausarzt oder einen der mit mir kooperierenden Ärzte durchgeführt wird.
Als angenehmer Begleiteffekt sind sogenannte Besenreiser-Varizen in aller Regel nach der Behandlung verschwunden.
Der Blutegel selbst entnimmt eine Menge von etwa 10-30 ml Blut. Durch die von ihm injizierten Substanzen kommt es zu einer zusätzlichen Nachblutung von etwa 30-40ml Blut über einen Zeitraum von etwa 3-6 Stunden.
Man muss also etwas Zeit und u.U. etwas zum lesen oder eine Kassette/Musik-CD zur Behandlung mitbringen!
Woher kommen die Blutegel?
Sie erhalten ein Rezept, mit dem sie die Blutegel in der Apotheke bestellen können
Wenn Sie sich bereits in Behandlung befinden, bzw. die Behandlung wiederholt wird, verringern sich diese Kosten entsprechend.
Wer trägt die Kosten?
Die Blutegeltherapie wird, bei vorliegender Indikation, von den Beihilfestellen des öffentlichen Dienstes für Beihilfeberechtigte übernommen.
Die privaten Versicherungen übernehmen die Kosten ebenfalls.
Wer stellt die Indikation fest? Ihr Heilpraktiker.